Den Unterrichtsausfall gut meistern

Homeschooling & Co - was muss man über die CORONA-"Ferien" wissen
Das war ein Paukenschlag - wegen der dynamischen Entwicklung der CORONA-Infektionen ist in Bayern - wie in vielen anderen Bundesländern - die Schule bis einschließlich 19. April 2020 geschlossen. Das stellt viele Familien vor echte Herausforderungen und neben dem Problem der grundsätzlichen Sicherstellung der Betreuung steht auch die Frage im Raum, wie man die Kinder schulisch am Ball halten kann.
Kind schreibtJe nach Altersstufe werden von den Schulen unterschiedlich Materialien angeboten: manche bekommen per E-Mail Arbeitsblätter oder Aufgaben in Schulheften gestellt, andere benutzen digitale Lernportale wie mebis. Wichtig ist das Grundverständnis, dass es sich bei den ersten drei Wochen der Schulschließung nicht um Ferien handelt. Deshalb sind auch die Lehrer weiter im Dienst, erarbeiten Aufgaben und stehen für Fragen für Ihre Schüler zur Verfügung. Insbesondere für höhere Klassen oder die Abiturvorbereitung ist das ganz zentral. Es darf vor alle bei den Abschlußprüfungen kein Nachteil für die Schüler entstehen - dafür müssen sicherlich alle gut zusammenarbeiten.
 
Damit wäre auch die Frage beantwortet, ob man in der Zeit einfach in Urlaub fahren kann. Dazu schreibt das Kultusministerium: "Ziel der Schulschließungen ist eine Eindämmung des Coronavirus. Reisen im In- und Ausland hingegen können neue Infektionen begünstigen. Vielmehr sind Schülerinnen und Schüler gehalten, Außenkontakte zu minimieren und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Eine Fahrt ins Ausland beispielsweise macht die Bemühungen, die Infektionsketten zu durchbrechen, zunichte. Allgemein weisen wir darauf hin, dass die Schulschließungen keine Verlängerung der Osterferien sind. Die Lehrkräfte werden ein alternatives Unterrichtsangebot über digitale Medien aufrechterhalten. Schülerinnen und Schüler sollen diese Angebote nutzen."

Mehr wichtige Informationen des Kulturminsteriums findet man unter https://www.km.bayern.de

Für alle Kinder gilt, dass es wichtig ist, nicht ganz aus dem schulischen Rhythmus zu fallen.
Deshalb hier ein paar Tipps zum Thema "Lernen zu Hause":

  • Legen Sie eine feste Startzeit am Morgen fest.
    Natürlich können die Kinder nun gerne ein wenig länger schlafen, aber es sollte schon direkt nach dem Frühstück losgehen.
     
  • Machen Sie einen Stundenplan, vielleicht orientiert an dem in der Schule. Wenn zu wenige Materialien zur Verfügung stehen kann man sich mit Aufgaben aus dem Internet behelfen. Die Lern-Plattform SCOYO bietet zum Beispiel einen zweiwöchigen Gratiszugang an. Oder auf an die Bücher und Antolin-Punkte machen!
     
  • Mit älteren Kindern kann man den anstehenden Stoff durchsprechen, abhängig von den zur Verfügung stehenden Lernmaterialien. Auch wenn Kinder in höheren Klassen sich schon ganz gut selbst organisieren können, ist das nun doch eine gänzlich neue Situation.
     
  • Die Tage in den nächsten Wochen können lang werden, deshalb überlegen Sie sich auch zum Beispiel spannende Kunst- oder Bastelaufgaben. Integrieren Sie das Üben am Musikinstrument in den Stundenplan. Oder wie wäre es mit einem kleinen Kochkurs oder einem Gartenprojekt?
     
  • Strukturieren Sie die Aufgaben, die von der Schule kommen. Denn ein Schultag muss auch einmal zu Ende sein und das ist leichter, wenn am Anfang der Woche klar ist, wann was gemacht werden soll. 
     
  • Planen Sie Pausen ein - wie in der Schule. Auch in der Länge sollte man sich daran orientieren, damit der "Schultag" sich nicht allzu sehr in die Länge zieht. 
     
  • Lassen Sie die Kinder selbständig arbeiten. Auch in der Schule erfüllen Kinder Aufgaben alleine, der Lehrer steht lediglich für Nachfragen zur Verfügung. Wie bei den Hausaufgaben macht es die Situation meist nur schwieriger, wenn Kinder und Eltern zusammen an schulischen Inhalten arbeiten. Achten Sie vor allem zu Beginn der Zeit des Heimunterrichts darauf, dass sich das so einspielt.
     
  • Durch die Schliessung der Kitas sind oft auch jüngere Geschwisterkinder zuhause. Binden Sie sie ruhig mit ein. Malen, kleine Schreibaufgaben etc. lenken ab und die älteren Kinder werden weniger gestört.
     
  • Wenn die Aufgaben erledigt sind, wird der "Arbeitsplatz" aufgeräumt. Damit das Thema Schule nicht mehr Raum im Familienleben einnimmt als notwendig, sollte auch das zugehörige Material nicht immer präsent sein.
     
  • Bewegung! Mehr denn je sollte Bewegung Teil des Alltags sein, um den Lagerkoller zu vermeiden. Raus in die Natur, an die Frische Luft - der Frühling hilft hoffentlich ein wenig mit.
Die nächsten Wochen werden eine echte Herausforderung. Holen Sie sich Rat bei Lehrern oder anderen Familien aus der Klasse. Eltern sind keine Lehrer und Sie dürfen keine Wunder erwarten. Wichtig ist es, die Kinder in den nächsten Wochen zu begleiten und ihnen Struktur und Hilfe anzubieten.
 
Und dann sind Osterferien - die können wir!
Was man trotz Reisebeschränkungen etc. da so machen kann, bereiten wir natürlich in den nächsten Tagen vor!

Weitere Artikel:

die regionalen Lieferdienste sind jetzt umso mehr gefragt
hier eine aktuelle Liste von Freizeiteinrichtungen, die wieder öffnen können
ein Besuch im Kletterwald Strassmühle